Sagen aus Hagen: Hoppetinken

„Im Tal der Läger, nahe bei Iserlohn, lebte einst eine Spinnerin, die war geschickt und fleißig, schön und klug. Und sie war bei allen Menschen sehr beliebt. Einer aber mochte sie besonders gerne: Das war ein Zwerg, der sich mit ihr angefreundet hatte. Er half ihr bei der Arbeit, so dass sie bald Fäden spann, die fein waren, zugleich aber auch ganz fest und nahezu unzerreißbar.

Aus ihren Fäden wurde das beste Tuch im ganzen Land gewebt. Als sich das herum sprach, kamen Aufträge von weit her. Die konnte sie nur mit der Hilfe des Zwerges bewältigen. Und so saßen abends beide beisammen und blickten zufrieden auf viele Rollen schimmernden Garns.

Es war ein solcher Abend, da hielt der Zwerg um ihre Hand an. Voller Dankbarkeit sagte sie ihm zu. Doch sie bereute es schon bald. Als ihre Freundinnen alle vor den Altar traten, wollte auch sie lieber einen richtigen Menschen heiraten. In dieser Zeit wurde sie immer ungeduldiger mit dem Zwerg, der doch so eifrig für sie arbeitete.

Tag für Tag fragte sie nun nach seinem Namen. Einmal sagte sie zu ihm: „Ich möchte doch wissen, wie ich als Ehefrau heißen werde.“ Doch der Zwerg schwieg beharrlich und wurde immer stiller und trauriger.“

Als er eines Tages wieder in ihre Stube trat, rief sie voller Zorn: „Nun sag mir endlich, wie dein Name lautet. Heißt du etwa Hoppetinken?“ Da wurde der Zwerg rot vor lauter Wut und schrie sie an: „Das hat dir der Teufel gesagt!“ Direkt danach wurde er wieder still und senkte traurig den Kopf. Er verließ schweigend die Stube, ging weit weg und kehrte niemals wieder zurück.“

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