Sagen aus Hagen: Der Goldberg

„Vom 226 Meter hohen Goldberg in Hagen ist bekannt, dass dort im späten Mittelalter Gold und Silber abgebaut wurden. Weniger bekannt ist, dass damals auch Zwerge dort lebten. Sie kamen erst bei Dunkelheit hervor und halfen den Menschen bei der Arbeit. Ganz besonders den Schmieden, die am Fuße des Goldbergs ihre Werkstatt hatten.

Dank der hilfreichen Zwergen ging es den Handwerkern gut: Ihre Klingen waren so scharf und so fein, dass sie überall begehrt waren. Doch mit der Zeit wurden die Schmiede gierig. Sie glaubten, dass ihre Helfer über große Mengen an Gold und Silber verfügten. Und beschlossen, sich diesen Schatz anzueignen.

Dazu legten sie sich eines Nachts auf die Lauer. Als die Zwerge die Werkstatt nach getaner Arbeit verließen, schnappten sie sich den letzten. Der bettelte um seine Freilassung. Er versprach im Gegenzug, die Schmiede in die Höhle zu führen und reich zu beschenken. Unter einer Bedingung: Unter der Erde dürften sie weder sprechen noch streiten.

Zufrieden folgen ihm die Gesellen in den Berg. Doch kaum hatten sie das viele Gold und Silber entdeckt, wollte jeder die größte Menge davon haben. Sie begannen zu schreien und zu toben. Der Zwerg schüttelte traurig den Kopf und stieß mit einem Stock an die Decke der Höhle. Die stürzte herab und begrub alle Schmiede unter sich.

Danach zogen die Zwerge weg vom Goldberg, und keiner von ihnen ward jemals mehr gesehen.“

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