Sagen aus Hagen: Das Hünentor

Nicht erst durch unsere Ausstellung kamen die Zwerge nach Hagen. Im Gegenteil, dort gibt es zahlreiche Sagen, die von der Existenz der kleinen Wesen berichten. Sie handeln von Berg-, Wald- und Hauszwergen. Und wir möchten sie auch in unserem Blog erzählen. Beginnen wir mit der Geschichte vom Fuchsschwanz und dem Hünentor.

„Vor vielen, vielen Jahren war ein Wanderer auf dem Weg von Köln nach Hohenlimburg.  Im Wald vor Voerde setzte er sich ermattet ans Ufer der Ennepe, als ihm ein Zwerg begegnete. Den fragte er nach dem kürzesten Weg zu seinem Ziel. Der Zwerg antwortete: „Geh einfach durch den Berg. Und nimm zu Deiner Hilfe diesen Fuchs hier mit. Halte ihn fest, er wird Dir noch gute
Dienste erweisen.“ Er sprach es und verschwand im selben Augenblick.

Der Wanderer fand seinen Weg durch Gänge, Höhlen und Felsspalten – und hielt den Fuchs stets gut an einem Schwanz fest. Als er sich dem Ziel näherte, hörte er ein Poltern und Grollen. Ganz in der Nähe des Ausgangs war gerade ein Riese aus tiefem Schlaf erwacht.

Der setzte sich auf – und schnupperte plötzlich. „Ich rieche … ich rieche … ich rieche einen Menschen. Der würde mir gut schmecken. Die beiden kleinen Hasen, die ich bisher verspeist habe, die konnten meinen Hunger nicht stillen.“ Er schnüffelte weiter und war dem Wanderer schon sehr nahe gekommen, als dieser vor Schreck den Fuchs losließ. Der rannte sofort los in Richtung Ausgang.

Der Riese glaube nun, er habe den Fuchs gerochen, und rannte dem Tier hinterher. Dabei entfernte er sich mehr und mehr von dem Wanderer, der langsam aus der Höhle ging und seinen Weg nach Hohenlimburg fortsetzte. Dort berichtete er allen von seinem Abenteuer. Und seitdem wird die Öffnung der Höhle Hünentor genannt.“

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