Museumswichtel mit Weitblick

So lässt es sich leben ...

So lässt es sich leben …

Falls es jemand noch nicht mitbekommen hat: Meine Kumpels und ich sind derzeit auf Schloss Drachenburg zu Gast. Seit dem 4. Juni kann man uns besuchen … und wir bleiben bis zum 6. September hier.

Wer ein bisschen mehr über das tolle Schloss erfahren möchte, kann das hier. Also eines kann ich schon jetzt verraten: Ich fühle mich total wohl als (quasi) Fürst. Kann fast bis zum Kölner Dom hin schauen. Werde im Eingangsbereich von vielen Besucher bewundert. Habe meine Freunde in 7 Hütten und in der Wagenhalle verteilt (so dass wir uns nächtens heimlich treffen können – aber psst, nicht verraten). Was will man mehr …

Übrigens: Über weitere Besucher freue ich mich. Ob auf Schloss Drachenburg, auf Facebook oder hier im Blog. Und wenn Ihr mir Fotos von Euren „Zwergen im Alltag“ schickt, dann sorge ich persönlich dafür, dass die auch im Internet und in der Ausstellung gezeigt werden. Versprochen!

InnoVisions und die virtuellen Zwergenwelten

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Der Technik-Blog InnoVisions hat unserem Spiel einen langen Artikel gewidmet, den wir hier gerne vorstellen:

Egal ob Schule, Betriebsausflug oder ungewöhnliche Firmenpräsentation. Schnitzeljagden sind bei Lehrern und Personal- sowie Marketingverantwortlichen eines der ersten Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Kennenlernen und Spaß miteinander zu verbinden. Mittlerweile werden mehr und mehr klassische Schnitzeljagden durch Smartphone und das GPS-basierte Geocaching abgelöst. Die Suche beschränkt sich dann allerdings fast ausschließlich auf den Ort. Mit einem neuen Tool lassen sich derartige Angebote nun deutlich vielfältiger und einfacher erstellen. (Fast) so »kinderleicht«, dass eine Kinderausstellung die technischen Möglichkeiten genutzt hat und mit seiner App »Zwergenwelten« nun sogar für den eco Internet Award nominiert wurde.

Das Überraschungsei ist eine Erfolgsgeschichte. Seit über 30 Jahren versprechen Hersteller und Werbung eine Kombination aus Spiel, Spaß und was zum Naschen. Auch soll es mitunter Lerneffekte geben. Sei es beim Zusammenbau von Figuren oder beim Nutzen der kleinen technischen Gimmicks, die in jedem Ei versteckt sind. Den jungen Besuchern des Stadtmuseums Hagen dürfte es jedoch schwerfallen, sich mit derartigen Kinder-Klassikern zufriedenzugeben. Denn die Macher der Ausstellung »Zwergenwelten« bieten ihnen dort – erstmals und einmalig in Deutschland – eine andere und völlig neue Dimension von Spiel, Spaß, Technik und Lerneffekten: in freier Natur und ganz ohne Gefahr zu laufen, sich an zu viel Schokolade den Magen zu verderben.

Genau wie ihre Ausstellung über die Welt von Zwergen, Elfen und Nixen haben die für beides verantwortlichen »Museumsratten« dem Spiel ebenfalls den Namen »Zwergenwelten« gegeben. Das Spiel setzt auf eine bislang einzigartige Verbindung von Angeboten für das Geocaching mit Entdeckungsreisen und Lernspielen rund um Fabelwesen. Die dafür notwenige Technik hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT innerhalb des dreijährigen Forschungsprojektes TOTEM (Theories and Tools for Distributed Authoring of Mobile Mixed Reality Game) gemeinsam mit dem Institut Telecom SudParis entwickelt. Mit Hilfe der hier entwickelten »TOTEM«-Werkzeuge lassen sich nun über eine Mobile App (TOTEM.Scout) mit dem Smartphone die jeweiligen GPS-Daten vor Ort »einsammeln« und anschließend mit Hilfe eines web-basierten Tools (TOTEM.Designer) in ein Spiel integrieren. Daraus entsteht im Folgeschritt eine professionelle Mobile-Gaming-App. Alle TOTEM-Tools sind voll integriert, so dass keine Dateien von Hand zwischen dem Mobilgerät und dem Server hin- und herkopiert werden müssen.

»Die besten Ideen für Navigationspunkte und Rätsel kommen in der Regel direkt vor Ort – und das machen wir uns zunutze. Mit dem TOTEM-Autorensystem lassen sich sehr einfach spannende Spielapplikationen für fast jeden Einsatzzweck entwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei Spielspaß verknüpft mit Wissensvermittlung und lokalen Besonderheiten. Genauso wie die Zwergenwelten könnte man etwa auch ein Spiel über einen Firmensitz erstellen, um Besuchern oder neuen Mitarbeitern das Unternehmen näherzubringen«, erklärt Dr. Leif Oppermann vom Fraunhofer FIT. »Unsere Werkzeuge bieten als einzige auf dem Markt eine Lösung für einen integrierten Workflow zur Inhaltserstellung und Pflege, der zwischen Smartphone und Bildschirmarbeitsplatz verteilt ist.«

Wo für ein Spiel im Bereich Mobile Gaming bislang fast alle Aufgaben von der Inhaltspflege bis zur Programmierung von Technikern erledigt werden mussten, um nacheinander die Spielstruktur festzulegen, mit Inhalten zu füllen und schließlich zu programmieren, lässt sich nun die Arbeit viel klarer in die Rollen »Spieldesigner«, »Autor« und »Programmierer« aufteilen und damit parallelisieren. Die TOTEM-Autorenwerkzeuge reduzieren auf diese Weise den ursprünglich erheblichen Aufwand der strukturierten Erhebung und Pflege ortsbezogener Inhalte auf einen Bruchteil. Und: Bei diesem bislang ersten »Alltags«-Werkzeug zur Gestaltung mobiler Outdoor-Spiele ist zudem die Integration von GPS-Positionen und Fotos, Audio-Samples, Video-Clips und Texten in beliebiger Kombination möglich. Auch die Nutzung weiterer Technologien zur Ortsbestimmung wie beispielsweise einer WLAN-Positionierung oder von Near Field Communication (NFC) ist kein Problem.

Das mit den TOTEM-Tools erstellte und für den diesjährigen eco Internet Award nominierte Spiel »Zwergenwelten« fördert Kinder in mehrfacher Weise. Christa Becker von den Museumsratten erklärt das so: »Die Kids lernen die Orientierung mit modernen Navigationsinstrumenten kennen. Ihr gemeinsamer Wissensstand zu Märchen, Literatur, Filmen und TV-Serien wird abgefragt und erweitert. Da meist in kleinen Gruppen gespielt wird, werden – neben den kognitiven – auch die sozialen Fähigkeiten gestärkt. Und es lockt die Kinder in die Natur, in der sie sich mittels der Aufgabenstellung bewegen.«

Mit »Zwergenwelten« wurde erstmals eine Ausstellung und ein externes Spiel miteinander verbunden, um museale Inhalte nach außen zu tragen. »In einer Zeit, in der Museen im Freizeitbereich mit Einrichtungen unterschiedlicher Ausrichtung wie Kinos oder Vergnügungsparks konkurrieren müssen, gelingt es uns auf diese Weise, neue Besucher anzusprechen: Kids werden auf die Ausstellungsinhalte aufmerksam. Auch im Hinblick auf Museumsmarketing und die Bindung künftiger Besucher ist das ein sehr wichtiger Aspekt«, betont Becker.

Da die TOTEM-Werkzeuge an den jeweiligen Anwendungsfall angepasst werden können, sind sie aber längst nicht nur für museale Anwendungen oder die Zielgruppe Kinder prädestiniert. »Bislang sind die Zwergenwelten sozusagen eine Speerspitze beim Aufzeigen der Möglichkeiten von TOTEM. In Zukunft werden die Werkzeuge aber wohl auch von Unternehmen und Institutionen genutzt oder für werbliche Zwecke eingesetzt«, sagt Oppermann. Künftige Einsatzbereiche könnten beispielsweise das Kennenlernen von Firmen für Auszubildende sein oder der Einsatz an Hochschulen und Messen.

Interessenten können beim Fraunhofer FIT eine Lizenz sowie individuelle Anpassungen und Schulungen für die Werkzeuge TOTEM.Scout und TOTEM.Designer bekommen. (ak)

Die Rhein-Zeitung berichtet

Im Wiedtal bei den virtuellen Zwergen

Roßbach – Christa Becker hat mit einem kleinen Team von kreativen Köpfen das Spiel „Zwergenwelten“ für Android-Smartphones entwickelt. Einer der Spielestandorte? Ihre Heimat Roßbach.

Die Welt der Zwerge ist längst zu ihrer Leidenschaft geworden. Christa Becker liebt die Sagen und Mythen um die kleinen Männchen mit den roten Zipfelmützen. Während ihres Besuchs an der „Akademie för uns kölsche Sproch“ in Köln kam sie mit der Kulturgeschichte der Heinzelmännchen erstmals in Kontakt. Als Kuratorin betreut sie zurzeit noch bis Oktober in Hagen die Ausstellung „Zwergenwelten“. Jetzt hat die gebürtige Roßbacherin mit einem kleinen Team von kreativen Köpfen das gleichnamige Spiel für Android-Smartphones entwickelt.

Das Spiel verfügt über eine einfach zu bedienende Oberfläche.

Schützenhilfe bei der Umsetzung hat das Fraunhofer-Institut FIT für Angewandte Informationstechnik geleistet. „Das Institut hat die Technik dank eines deutsch-französischen Forschungsprojektes geliefert“, sagt Becker, die die Fragen und Ideen, den „Inhalt“, wie sie sagt, kreierte. Programmierer und Spieleentwickler bastelten derweil an der Software.

Und so funktioniert das mobile Quiz: „Es ist ortsbasiert und lässt sich somit auf verschiedene Orte übertragen“, erklärt Becker. Aus alter Heimatverbundenheit hat sie in ihrer ehemaligen Gemeinde Roßbach zwölf sogenannte GPS-Punkte gesetzt. Der Startpunkt ist an der Wiedhalle. In deren Umkreis hat Becker neun Fragen und drei Minispiele wie Puzzle, Gedächtnisspiel und virtuelle Zauberkugeln versteckt, die der Spieler auf seinem Smartphone lösen muss. Alles ähnelt ein wenig dem bereits bekannten Geocaching. Als lokale Orientierung dient die Flächenkarte bei Google Maps.

„Der Spieler markiert den blauen Punkt und er muss sich zu der roten Zipfelmütze bewegen“, erklärt Christa Becker. Ist er dort angelangt, stellt ihm ein Zwerg mit blauen Haaren, blauen Söckchen und mit gepunktetem Hemd auf dem Display eine Frage. Zum Beispiel: „Was ist Tinkerbell?“ Zwei Antworten stehen dann dem Spieler zur Auswahl: „Eine Fee“ oder „Eine Hexe“. Tippt er auf die richtige Lösung („Eine Fee“), erhält er vom Zwerg folgende Antwort auf dem Bildschirm: „Na klar, das ist richtig!“ Auch der Sachbezug kommt bei der Antwort nicht zu kurz. „Tinkerbell ist eine Fee, die Peter Pan bei seinen Abenteuern begleitet.“

Neben dieser kindgerechten Allgemeinbildung erhält der Spieler zusätzlich Punkte. Davon locken einem Alleswisser insgesamt 2400. „Konzipiert ist das Spiel für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren“, sagt Christa Becker. „Die Kinder haben oftmals untereinander ein gemeinsames Wissen.“ Je nach Altersstufe verfügt „Zwergenwelten“ deswegen über drei Schwierigkeitsgrade.

„Anfangs war die Entwicklung des Spiels mehr oder weniger eine Marketinggeschichte für die Ausstellung in Hagen“, sagt Becker. Doch inzwischen ist das Interesse an dem Projekt schlagartig gestiegen. So zählen neben Roßbach an der Wied noch der Rheinpark und der Grüngürtel in Köln und Werdringen bei Hagen zu den Spielorten. Laut Becker sollen noch weitere Orte mit GPS-Punkten vorbereitet werden. „Mittlerweile fühle ich mich in der virtuellen Welt wie zu Hause“, sagt die Frau, die Germanistik, Geschichte und Pädagogik in der Domstadt Köln studiert hat. In ihrem Spiel kann sie nun jene Geschichten um Zwerge vollends ausleben.

Von unserem Reporter Carsten Liebfried

Das Spiel zum Download

Hervorgehoben

Unser Spiel ist überarbeitet worden. Ab jetzt zeigt es Euch die nächstgelegene Location an. Der QR-Code ist natürlich weiterhin aktuell, ebenso wie die Adresse im Google Play Store.

Viel Spaß beim Spielen in folgenden Bereichen:
– Schloss Drachenburg
– Campus Birlinghoven
– Dorf Birlinghoven
– Bonn Beuel am Rheinufer
– Werdringen ab Schloßhof
– Kölner Rheinpark ab Kilometer 686
– Kölner Grüngürtel ab Aachener Straße/Universitätsstraße
– Roßbach/Wied ab Wiedhalle
– Berlin Gelände Tempelhof

Wir sind preisverdächtig!

Nun ist es offiziell und auch bei eco zu finden: Unser Android-Spiel für Smartphones und Tablets ist im Bereich Mobile für den diesjährigen Internet Award nominiert. Große Freude bei 56m (deren kultureller Bereich von den Museumsratten vertreten wird) und bei Fraunhofer FIT. Am 27. Juni fällt die Entscheidung bei der diesjährigen Gala, die wieder in luftiger Höhe im KölnSky stattfindet. Bis dahin heißt es abwarten – und Daumen drücken.

Da simma dabei!

Für alle, die das kölsche Lied nicht kennen und somit die Überschrift auch nicht übersetzen können: Da sind wir dabei. Wir haben die Variante gewählt, weil eco, der Verband der deutschen Internetwirtschaft, ebenfalls in Köln ansässig sind. Und die haben zum Wettbewerb geladen für den Internet Award 2013. Bei ihnen haben wir heute im Bereich Mobile unsere Unterlagen eingereicht. Mal schauen, was draus wird. Vielleicht simma ja länger dabei …

Danke übrigens an Matthias Langer, der das PDF für uns gestaltet hat.

So, und jetzt ist erst mal Urlaubszeit. Wir fahren in die Ukraine gehen gehen dort auf die Suche nach den Domovoi. Denn die kleinen Hausgeister und Kobolde sind auch dort zu finden.