Für Groß und Klein

Kaum haben unsere Besucher die Stationen mit den Gartenzwergen und den kleinen Helfern im Haushalt verlassen, können sie sich entspannt den Büchern und Spielen rund um die Zwerge widmen. Denn sowohl für Erwachsene als auch für Kinder werden Schmöckerecken eingerichtet. Kids erwartet zudem das große Schneewittchen-Haus von Matell (inklusive großzügiger Einrichtung), themenbezogene Handpuppen, Bastelbögen und noch vieles mehr.

Auf dem Weg zum Ausgang folgt dann eine Wand, auf der Besucher sich verewigen können: mit Fotos, gemalten Bildern und Geschichten. Die schönsten davon werden wir Monat für Monat prämieren und an dieser Stelle vorstellen.

Der Deutschen liebster Zwerg

Natürlich darf auch er in unserer Ausstellung nicht fehlen: der Gartenzwerg! Seinen ersten offiziellen Auftritt hatte er 1898 auf der Leipziger Messe, seine Geburtsstätte liegt jedoch in Thüringen. Im dortigen Gräfenroda wurden 1872 gleich zwei Unternehmen gegründet, die sich seiner Produktion verschrieben. Bis heute ist diese Herkunft ein Markenzeichen für besondere Qualität.

Innerhalb der Zwergenforschung nehmen die Gartenzwergexperten eine Sonderstellung ein. Auch ihre Erkenntnisse füllen ganze Bücherregale. In einem Punkt sind sie sich einig: Es gibt die „beseelten“ Gartenzwerge aus gebranntem Ton und die „unbeseelten“ aus PVC. Als Regel gilt auch, dass sie maximal 69 cm groß sein dürfen, eine Zipfelmütze tragen müssen und männlich sind. Alle andere Varianten, also Politikerzwerge, Dominas, Mordopfer etc. sind bei den Puristen verpönt – erfreuen sich jedoch allgemein großer Beliebtheit.

1996 trat in Frankreich erstmals die Front de Libération des Nains de Jardin auf den Plan. Kurz darauf wurden auch in Deutschland Entführungen im Namen der Front zur Befreiung der Gartenzwerge gemeldet: Deren Aktivisten plünderten Vorgärten und arrangierten die entführten Zwerge an anderen, meist abgelegenen Orten neu. Auch in der Schweiz, Italien, Spanien und selbst in Nordamerika wurden solche Vorkommnisse gemeldet. In den meisten Fällen erhielten die Besitzer eine Nachricht, wo sie die Zierde ihres Garten wiederfinden konnten.

In der komplett mit Kunstrasen ausgeschlagenen Station finden Besucher diese sowie viele weitere Informationen. Sie entdecken auf der einen Seite Höhepunkte aus der  115-jährigen Geschichte der Gartenzwerge, auf der anderen eine Auswahl besonders origineller oder ausgefallener Exemplare.

Zwei weitere Vitrinen zeigen die fleißigen Helfer im Haushalt. Und die reichen von einem Fön, der Gnom heißt, über den Staubsauger Kobold bis hin zum Schüttelbecher Rumpelstilzchen. Besucher werden überrascht sein, wie viele dieser Alltagsgegenstände ihnen wie selbstverständlich bekannt sind – bisher jedoch oftmals übersehen wurden.

Zur Schau gestellt

Obwohl es fröhlich aussieht, widmet sich unsere Ausstellung in Raum 6 nun einem ernsteren Thema. Während es bisher um „den Zwerg, das unbekannte Wesen“ ging, geht es hier um reale Menschen: um Kleinwüchsige. Sie wurden früher von Kaisern, Königen und Fürsten als „Hofzwerge“ gehalten. Bilder von Diego Velázquez oder der „Zwergerlgarten“ in Salzburg künden noch heute davon.

Dann kam die Zeit der Liliputanerzirkusse, in denen Kleinwüchsige zum Teil allein, zum Teil mit anderen „Freaks“ präsentiert wurden. Bis in die 60er Jahre zogen sie durch die Lande, auch bei uns in Deutschland. Im Oscar-prämierten Film „Die Blechtrommel“ griff Regisseur Volker Schlöndorff das Thema auf.

Heute gibt es zahlreiche Schauspieler mit Minderwuchs, die auf dem internationalen Parkett erfolgreich sind. Zu den bekanntesten zählen Deep Roy, der in „Charlie und die Schokoladenfabrik“ die Rolle sämtlicher hilfreichen Oompa Loompas übernahm, sowie Verne Troyer, der in den Austin-Powers-Filmen als „Mini-me“ auftrat. In Deutschlands beliebtestem Tatort aus Münster brilliert ChrisTine Urspruch als Assistentin Silke Haller, die – in Anlehnung an den Zwerg aus der Nibelungensage – von ihrem Chef, Professor Börne, den Spitznahmen Alberich erhielt.

Im Land der Zwerge

Deutsches Spielzeugmuseum Sonneberg

Ihn kennt wohl jeder: den englischen Arzt Gulliver, den der Autor Jonathan Swift 1726 auf mehrere Reisen schickte und dessen ersten Station die Insel Liliput war. Als Schiffbrüchiger landete er dort und wurde von den Einheimischen, die knapp 6 Zoll (ca. 15 cm) groß sind, gefangen genommen.

Die Szene, die die Phantasie zahlreicher Illustratoren weckte, wird bei unserer Ausstellung ebenfalls zu sehen sein. Sie eröffnet den nächsten Themenraum, der unter dem Motto „Zur Schau gestellt“ steht.

An dieser Stelle zeigen wir im Blog ausnahmsweise einmal keine Zeichnung von Andreas Becker, denn bei der Menschenberg-Installation mussten bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Aber wir können Euch versprechen: Es wird eine ganz besondere Szenerie. Bei der die Fans von Playmobil auf ihre Kosten kommen!

Wie war es doch in Köln vordem …

Wie unser Museumswichtel angekündigt hat, werden in unserer Ausstellung auch die Hauszwerge gezeigt. Die bekanntesten sind natürlich die Kölner Heinzelmännchen. Das berühmte Gedicht wurde übrigens Anfang des 19. Jahrhunderts von dem Breslauer Dichter August Kopisch niedergeschrieben. Und es gibt tatsächlich den ein oder anderen, der bis heute behauptet, er habe das Berliner Cölln gemeint.

In Hagen werden – umgeben von der Schneiderswerkstatt – natürlich nicht nur die Heinzelmännchen gezeigt. Auch der russische Domovoi ist zu Gast, die Minions aus dem USA, Androids aus China, eine kleine Gruppe Mainzelmännchen, ein unterirdischer Doozer … und noch viele, viele mehr.

 

Auf ins Wasser!

Von den Luft- hin zu den Wassergeister, also den Nixen und Wassermännern. Die verbergen sich artgerecht in einer Unterwasserwelt. Dabei sind prominente Gäste: die kleine Meerjungfrau, der kleine Wassermann und natürlich der Shooting Star „Arielle“ aus dem gleichnamigen Disney-Film. Auch die Loreley, eine Nachfahrin der seit der Odysee bekannten Sirenen, darf in diesem Raum nicht fehlen. Der hat Heinrich Heine mit seinem Gedicht „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ ein weltweit bekanntes Denkmal gesetzt.

Hier könnt Ihr die englische Übersetzung gleich mit lesen:

Es (f)liegt was in der Luft

Weiter geht es mit unseren Ausstellungsplänen. Denn nach den Berg- und Waldzwergen wenden wir uns nun den „luftigeren“ Geistern zu: den Feen und Elfen. Die sind bekanntermaßen scheu – und werden sich auch in Hagen verstecken. Doch ein Blick durch die schmalen Ritzen der Bretter gewährt Einblicke in ihre geheimnisvolle Welt: Hier trifft eine geflügelte Barbie auf Elaya von Schleich, Lilifee auf Nanny Plum, Olivia auf Pepper Wutz, Tinkerbell auf Wanda – und alle gemeinsam auf die Zahnfee Cartman.

Auf der anderen Seite empfängt Euch der Hauself Dobby. Den hat uns Saturn netterweise und höchst unkompliziert für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung gestellt. Hinter dem zweiten Vorhang verbirgt sich der Luftgeist aus Shakespeares „Sturm“. Doch dazu später mal mehr, wenn wir die Exponate vorstellen.

Stroh zu Gold

Es geht weiter bei Rumpelstilzchen. Denn für unsere Ausstellung wird die Dachkammer nachgebaut, in der die arme Müllerstochter Stroh zu Gold spinnen muss und in der sie die Bekanntschaft mit dem anfangs so hilfreichen Zwerg macht. Wie das mit dem Gold genau geht – daran arbeiten wir derzeit ganz intensiv. Denn unsere Besucher sollen sich in die Lage von Rumpelstilzchen versetzen können.

Das Märchen hat die Malerin maybix inspiriert. Und so hat sie für unsere Ausstellung eine ganz eigene Variante aus Text und Bild geschaffen. Die kommt – wie könnte es anders sein – vor eine goldene Wand!

Natürlich belassen wir es nicht bei dem einen Waldzwerg, sondern stellen auch andere kleine Geister vor. Zum Beispiel die Trolle aus Norwegen, die Schlümpfe aus Belgien, die Rumpelwichte aus Schweden, den Leprechaun aus Irland und noch viele mehr.