Sagen aus Hagen: Das Wasserlose Tal

 

 

 

 

 

 

In der zweiten Sagen aus Hagen berichten wir, wie das Wasserlose Tal zu seinem Namen kam. Denn auch daran waren die Bergzwerge nicht unschuldig.

„Vor vielen Hundert Jahren lebten sie friedlich in diesem Tal und suchten in den Höhlen und Gängen nach Edelsteinen. Eines Tages wurden sie in ihrer Ruhe gestört: Ein gewaltiges Donnern und Krachen war zu hören – als ob die Welt untergehen würde. Doch die Ursache war eine ganz andere: Ein Riese näherte sich dem Tal. Er fand einen Bach, setzte sich an sein Ufer und trank genüsslich das klare, kühle Wasser. Er war so zufrieden, dass er laut verkündete: „Hier gefällt es mir! Hier bleibe ich!“

Das hörten die Zwerge gar nicht gern. Zumal sie befürchteten, dass nach dem einen Riesen noch andere  kommen würden. Vorsichtig näherten sie sich dem Eindringling und baten ihn, doch weiter zu ziehen. Jedoch ohne Erfolg. Im Gegenteil: Der Riese war über ihre Bitte so erbost, dass er Felsbrocken auf die armen Zwerge warf.

Nun war guter Rat gefragt. Die Zwerge setzten sich zusammen und grübelten. Schließlich hatte einer der ältesten eine Idee. Und die wurde sogleich in die Tat umgesetzt: Drei Tage lang hörte man unterirdisch ein emsiges Hämmern und Klopfen. Dann war es geschafft: Das Wasser des Baches floss nicht mehr über, sondern unter der Erde.

Am nächsten Tag kam der Riese und wollte wieder aus dem Bach trinken. Wie groß war sein Erstaunen, dass dort alles trocken und öde war. Wütend schimpfte er vor sich hin, wütend verließ er das Tal und war nimmermehr gesehen.

Die Zwerge aber freuten sich, dass sie nun wieder ihre Ruhe hatten und weiter nach Edelsteinen suchen konnten. Das Tal ist zwar seitdem wasserlos. Doch wer ganz genau hinhört, der kann in stillen Nächten ein leises Gluckern und Rauschen weit unter der Erdoberfläche hören.“

 

Venetianerstollen und erste Hörstation

Regional und international – so geht es weiter in Raum 2: Dort ist auf der einen Seite – vor dem Haus der sieben Zwerge – eine Hörstation aufgebaut. An der kann man sich neben der deutschen auch die russische Variante des Märchens vom Schneewittchen anhören.

Auf der anderen Seite schlüpfen Kinder in die Rolle der Venetianer und können durch einen Stollen krabbeln. Die Venetianer kam im Mittelalter aus der Lagunenstadt in den Norden, um hier nach Schätzen in den Bergwerken zu suchen. Sie waren oftmals kleinwüchsig und trugen mit Moos und Stroh befüllte Mützen, die ihren Köpfe schützten. Da es in Bestwig, nahe Hagen, einen Venetianerstollen gibt, haben wir das regionale Thema aufgegriffen.

Während die Kleineren im Stollen auf Schatzsuche gehen, entdecken die Größeren rund um die Berg zahlreiche Zwerge aus der Fantasywelt – vom „Herrn der Ringe“ über „World of Warcraft“ bis hin zu der „Scheibenwelt“.

Hinter den sieben Bergen …

„Hei ho, hei ho, wir sind vergnügt und froh“, lässt Walt Disney seine Zwerge in dem Schneewittchen-Film singen, der im Dezember ganze 75 Jahre alt wird. Wir haben das Märchen zum Thema unseres zweiten Raumes gemacht, der die Welt der Bergzwerge zeigt.

Dabei hat Andreas Becker die Geschichte vom Versteck „hinter den sieben Bergen“ wörtlich umgesetzt. Hinter jedem Berg befindet sich eine Vitrine mit Exponaten, die von den Theatern bis hin zu bekannten Filmen, von Rußland bis Amerika reichen.

Hier nun als kleines Schmankerl noch ein Link zu einem Ausschnitt aus dem Disney-Film, der die Zwerge bei ihrer Arbeit im Bergwerk zeigt: