Sagen aus Hagen: Der Goldberg

„Vom 226 Meter hohen Goldberg in Hagen ist bekannt, dass dort im späten Mittelalter Gold und Silber abgebaut wurden. Weniger bekannt ist, dass damals auch Zwerge dort lebten. Sie kamen erst bei Dunkelheit hervor und halfen den Menschen bei der Arbeit. Ganz besonders den Schmieden, die am Fuße des Goldbergs ihre Werkstatt hatten.

Dank der hilfreichen Zwergen ging es den Handwerkern gut: Ihre Klingen waren so scharf und so fein, dass sie überall begehrt waren. Doch mit der Zeit wurden die Schmiede gierig. Sie glaubten, dass ihre Helfer über große Mengen an Gold und Silber verfügten. Und beschlossen, sich diesen Schatz anzueignen.

Dazu legten sie sich eines Nachts auf die Lauer. Als die Zwerge die Werkstatt nach getaner Arbeit verließen, schnappten sie sich den letzten. Der bettelte um seine Freilassung. Er versprach im Gegenzug, die Schmiede in die Höhle zu führen und reich zu beschenken. Unter einer Bedingung: Unter der Erde dürften sie weder sprechen noch streiten.

Zufrieden folgen ihm die Gesellen in den Berg. Doch kaum hatten sie das viele Gold und Silber entdeckt, wollte jeder die größte Menge davon haben. Sie begannen zu schreien und zu toben. Der Zwerg schüttelte traurig den Kopf und stieß mit einem Stock an die Decke der Höhle. Die stürzte herab und begrub alle Schmiede unter sich.

Danach zogen die Zwerge weg vom Goldberg, und keiner von ihnen ward jemals mehr gesehen.“

Sagen aus Hagen: Hoppetinken

„Im Tal der Läger, nahe bei Iserlohn, lebte einst eine Spinnerin, die war geschickt und fleißig, schön und klug. Und sie war bei allen Menschen sehr beliebt. Einer aber mochte sie besonders gerne: Das war ein Zwerg, der sich mit ihr angefreundet hatte. Er half ihr bei der Arbeit, so dass sie bald Fäden spann, die fein waren, zugleich aber auch ganz fest und nahezu unzerreißbar.

Aus ihren Fäden wurde das beste Tuch im ganzen Land gewebt. Als sich das herum sprach, kamen Aufträge von weit her. Die konnte sie nur mit der Hilfe des Zwerges bewältigen. Und so saßen abends beide beisammen und blickten zufrieden auf viele Rollen schimmernden Garns.

Es war ein solcher Abend, da hielt der Zwerg um ihre Hand an. Voller Dankbarkeit sagte sie ihm zu. Doch sie bereute es schon bald. Als ihre Freundinnen alle vor den Altar traten, wollte auch sie lieber einen richtigen Menschen heiraten. In dieser Zeit wurde sie immer ungeduldiger mit dem Zwerg, der doch so eifrig für sie arbeitete.

Tag für Tag fragte sie nun nach seinem Namen. Einmal sagte sie zu ihm: „Ich möchte doch wissen, wie ich als Ehefrau heißen werde.“ Doch der Zwerg schwieg beharrlich und wurde immer stiller und trauriger.“

Als er eines Tages wieder in ihre Stube trat, rief sie voller Zorn: „Nun sag mir endlich, wie dein Name lautet. Heißt du etwa Hoppetinken?“ Da wurde der Zwerg rot vor lauter Wut und schrie sie an: „Das hat dir der Teufel gesagt!“ Direkt danach wurde er wieder still und senkte traurig den Kopf. Er verließ schweigend die Stube, ging weit weg und kehrte niemals wieder zurück.“

Sagen aus Hagen: Das Wasserlose Tal

 

 

 

 

 

 

In der zweiten Sagen aus Hagen berichten wir, wie das Wasserlose Tal zu seinem Namen kam. Denn auch daran waren die Bergzwerge nicht unschuldig.

„Vor vielen Hundert Jahren lebten sie friedlich in diesem Tal und suchten in den Höhlen und Gängen nach Edelsteinen. Eines Tages wurden sie in ihrer Ruhe gestört: Ein gewaltiges Donnern und Krachen war zu hören – als ob die Welt untergehen würde. Doch die Ursache war eine ganz andere: Ein Riese näherte sich dem Tal. Er fand einen Bach, setzte sich an sein Ufer und trank genüsslich das klare, kühle Wasser. Er war so zufrieden, dass er laut verkündete: „Hier gefällt es mir! Hier bleibe ich!“

Das hörten die Zwerge gar nicht gern. Zumal sie befürchteten, dass nach dem einen Riesen noch andere  kommen würden. Vorsichtig näherten sie sich dem Eindringling und baten ihn, doch weiter zu ziehen. Jedoch ohne Erfolg. Im Gegenteil: Der Riese war über ihre Bitte so erbost, dass er Felsbrocken auf die armen Zwerge warf.

Nun war guter Rat gefragt. Die Zwerge setzten sich zusammen und grübelten. Schließlich hatte einer der ältesten eine Idee. Und die wurde sogleich in die Tat umgesetzt: Drei Tage lang hörte man unterirdisch ein emsiges Hämmern und Klopfen. Dann war es geschafft: Das Wasser des Baches floss nicht mehr über, sondern unter der Erde.

Am nächsten Tag kam der Riese und wollte wieder aus dem Bach trinken. Wie groß war sein Erstaunen, dass dort alles trocken und öde war. Wütend schimpfte er vor sich hin, wütend verließ er das Tal und war nimmermehr gesehen.

Die Zwerge aber freuten sich, dass sie nun wieder ihre Ruhe hatten und weiter nach Edelsteinen suchen konnten. Das Tal ist zwar seitdem wasserlos. Doch wer ganz genau hinhört, der kann in stillen Nächten ein leises Gluckern und Rauschen weit unter der Erdoberfläche hören.“

 

Geglückte Premiere

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gut, dass wir früh genug in Werdringen waren. Denn die in Köln geplante Strecke für unser ortsbasiertes Spiel wurde leider durch einen Zaun unterbrochen. Glücklicherweise sind die Autorenwerkzeuge von TOTEM so leicht zu bedienen, dass wir vor Ort noch Korrekturen durchführen konnten und das Spiel nun mit dem Einfangen des Zauberkreises im Schlosshof endet.

Ein großer Dank an Jens Stubbe von der Westfalenpost, der nicht nur einen wunderbaren Artikel über das Spiel verfasst hat, sondern uns zusätzlich auch noch das schöne Foto zur Verfügung stellte.

Sagen aus Hagen: Das Hünentor

Nicht erst durch unsere Ausstellung kamen die Zwerge nach Hagen. Im Gegenteil, dort gibt es zahlreiche Sagen, die von der Existenz der kleinen Wesen berichten. Sie handeln von Berg-, Wald- und Hauszwergen. Und wir möchten sie auch in unserem Blog erzählen. Beginnen wir mit der Geschichte vom Fuchsschwanz und dem Hünentor.

„Vor vielen, vielen Jahren war ein Wanderer auf dem Weg von Köln nach Hohenlimburg.  Im Wald vor Voerde setzte er sich ermattet ans Ufer der Ennepe, als ihm ein Zwerg begegnete. Den fragte er nach dem kürzesten Weg zu seinem Ziel. Der Zwerg antwortete: „Geh einfach durch den Berg. Und nimm zu Deiner Hilfe diesen Fuchs hier mit. Halte ihn fest, er wird Dir noch gute
Dienste erweisen.“ Er sprach es und verschwand im selben Augenblick.

Der Wanderer fand seinen Weg durch Gänge, Höhlen und Felsspalten – und hielt den Fuchs stets gut an einem Schwanz fest. Als er sich dem Ziel näherte, hörte er ein Poltern und Grollen. Ganz in der Nähe des Ausgangs war gerade ein Riese aus tiefem Schlaf erwacht.

Der setzte sich auf – und schnupperte plötzlich. „Ich rieche … ich rieche … ich rieche einen Menschen. Der würde mir gut schmecken. Die beiden kleinen Hasen, die ich bisher verspeist habe, die konnten meinen Hunger nicht stillen.“ Er schnüffelte weiter und war dem Wanderer schon sehr nahe gekommen, als dieser vor Schreck den Fuchs losließ. Der rannte sofort los in Richtung Ausgang.

Der Riese glaube nun, er habe den Fuchs gerochen, und rannte dem Tier hinterher. Dabei entfernte er sich mehr und mehr von dem Wanderer, der langsam aus der Höhle ging und seinen Weg nach Hohenlimburg fortsetzte. Dort berichtete er allen von seinem Abenteuer. Und seitdem wird die Öffnung der Höhle Hünentor genannt.“

Pläne für August

So schnell kann es gehen: Am 28. März schrieb mich Kornelia Lehmann von der Kids Parade in Berlin an. Heute, am 12. April, haben wir uns anlässlich meines Aufenthaltes in der Hauptstadt getroffen. Mit dabei war auch Isan Oral, der Initiator der Veranstaltung. Und direkt war uns allen klar, dass wir am 31. August und 1. September in Tempelhof mit unserem Smartphone- und Tablet-Spiel dabei sein werden. Idee und Konzept sind klasse – und dort steckt mindestens ebenso viel Herzblut drin wie bei unseren Zwergenwelten. Unsere Empfehlung: unbedingt auf Facebook folgen.Und natürlich den Termin vormerken.

Zwergenwelten: Spielerische Kurzweil

Presseinformation des Fraunhofer Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT vom
9. April 2013 

Im Stadtmuseum Hagen tummeln sich derzeit Berg-, Wald- und Hauszwerge sowie Elfen, Feen und Nixen. »Zwergenwelten« heißt die Ausstellung, die das klassische museale Territorium erweitert und in die virtuelle Welt vordringt: Durch ein ortsbasiertes Handy-Spiel, das am 18. April 2013 ab 14 Uhr rund um das Wasserschloss Werdringen seine Premiere feiert. Es ist eine Mischung aus digitaler Schnitzeljagd und Wissensquiz, das die Spieler in die Welt der kleinen Wesen entführt. Pressevertreter sind herzlich zu einer Testspielrunde eingeladen.

 
© Patricia Gottbehüt (www.pixelpatti.de)

Die Idee zum Android-Spiel »Zwergenwelten« entstand, als die Museumsratten als Ausstellungsmacher auf die Spielentwickler des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT trafen. Museale Inhalte nach außen transportieren und Neugierde auf einen Ausstellungsbesuch wecken, diese Ziele standen und stehen im Vordergrund. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 14 Jahren, die in drei Schwierigkeitsgraden ihr Wissen über Zwerge und zugleich ihre Orientierungsfähigkeit via Google Maps testen können.

Das Spiel ist ein Ergebnis deutsch-französischer Forschung aus dem Programme Inter Carnot Fraunhofer und zählt zum TOTEM-Projekt, das Werkzeuge zum Gestalten mobiler Mixed Reality Spiele entwickelt hat. Spiele, die Spaß mit Wissensvermittlung verknüpfen und die zugleich via GPS an bestimmte Orte gebunden sind. Während der Entwicklungsphase fanden im Kölner Rheinpark umfangreiche Testreihen statt, um Fragen und Schwierigkeitsgrade optimal auf einzelne Zielgruppen zuschneiden zu können. Dabei stellte sich heraus, dass ein Mix aus Fragen und Minispielen auf die größte Begeisterung bei Kindern und begleitenden Erwachsenen traf. Als Highlight wurde immer wieder gewertet, dass das Spiel auch zur Bewegung und der Begegnung mit der Natur anregt. Eine Mutter brachte es auf den Punkt: »Spielen tun sie ohnehin. Nun machen sie es wenigstens draußen.«

Mit der Kombination aus Ausstellung und ortsbasiertem Spiel erweisen sich Fraunhofer FIT und Museumsratten als Pioniere, indem sie die Grenzen des Museums durchbrechen. Sie sprechen Spiele- und Technik-Fans an, gewinnen sie für das Thema und somit auch als künftige Besucher. Erster Ausstellungs- und Spielort ist das Hagener Wasserschloss Werdringen, um das herum verschiedene GPS-Punkte als Spieletappen verortet sind. Weitere Spielstätten sollen folgen. Mehrere Parks an Rhein und Ruhr haben bereits Interesse an einer Adaption bekundet.

Zur Premiere der Zwergenwelten-App im Museum Wasserschloss Werdringen am 18. April 2013, 14 Uhr, sind die Vertreter der Presse ganz herzlich eingeladen. Nach einer kurzen Einführung kann das Spiel vor Ort getestet werden. Für Fragen stehen die Entwickler beider Parteien anschließend gerne zur Verfügung. Eine Anfahrtsskizze finden Sie hier.