Von Hofzwergen und Filmstars

Als Ergänzung zum vorhergehenden Artikel folgen nun einige Bilder, die das Thema von Raum 6, „Zur Schau gestellt“, in unserer Ausstellung untermalen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1636 portraitierte Diego Velázquez den spanischen Hofnarren Sebástian de Morra, der am Hofe Philipps IV lebte. Weitere bekannte Hofzwerge sind in einem Artikel bei historio zu finden.

 

 

 

 

 

 

Zahlreiche Bilder und Plakate zur Thematik der weltweiten Liliputaner-Zirkusse sind für die Seiten von circusmuseum.nl gesammelt worden.

In Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“ unter der Regie von Tim Burton übernahm Deep Roy die Rolle aller Oompa Loompas.

Die Schauspielerin ChrisTine Urspruch, bekannt aus dem Tatort, ist auch auf der Bühne erfolgreich – zum Beispiel in „Die (s)panische Fliege“ an der Volksbühne Berlin.

Zur Schau gestellt

Obwohl es fröhlich aussieht, widmet sich unsere Ausstellung in Raum 6 nun einem ernsteren Thema. Während es bisher um „den Zwerg, das unbekannte Wesen“ ging, geht es hier um reale Menschen: um Kleinwüchsige. Sie wurden früher von Kaisern, Königen und Fürsten als „Hofzwerge“ gehalten. Bilder von Diego Velázquez oder der „Zwergerlgarten“ in Salzburg künden noch heute davon.

Dann kam die Zeit der Liliputanerzirkusse, in denen Kleinwüchsige zum Teil allein, zum Teil mit anderen „Freaks“ präsentiert wurden. Bis in die 60er Jahre zogen sie durch die Lande, auch bei uns in Deutschland. Im Oscar-prämierten Film „Die Blechtrommel“ griff Regisseur Volker Schlöndorff das Thema auf.

Heute gibt es zahlreiche Schauspieler mit Minderwuchs, die auf dem internationalen Parkett erfolgreich sind. Zu den bekanntesten zählen Deep Roy, der in „Charlie und die Schokoladenfabrik“ die Rolle sämtlicher hilfreichen Oompa Loompas übernahm, sowie Verne Troyer, der in den Austin-Powers-Filmen als „Mini-me“ auftrat. In Deutschlands beliebtestem Tatort aus Münster brilliert ChrisTine Urspruch als Assistentin Silke Haller, die – in Anlehnung an den Zwerg aus der Nibelungensage – von ihrem Chef, Professor Börne, den Spitznahmen Alberich erhielt.

Neuzugänge aus den USA

Freitag kam ein Paket aus Amerika – mit drei seltsamen Wesen, die zur großen Familie der Feen gehören. Die vermutlich von Titania und Oberon (den Elfenkönigen aus Shakespeares Sommernachtstraum) nicht als solche erkannt worden wären.

Dürfen wir vorstellen: Die gefleckte Dame ganz links ist die „Kraft Cow“, eine Werbeträgerin des drittgrößten Lebensmittelkonzerns der Welt. Bei uns ist sie eher unbekannt, in den USA hingegen ein Star. In der Mitte befindet sich Ian Falconers Kinderbuch-Heldin Olivia, die sich zeitweise in die Rolle einer Fee hineinträumt. (Die Bücher gibt es mittlerweile auch in Deutsch – und sie sind sehr empfehlenswert!) Rechts lächelt uns Abby Cadabby an: Als Fee in Ausbildung ist sie festes Ensemblemitglied der amerikanischen Sesamstraße, bei uns jedoch eher unbekannt. Oder ist jemand anderer Meinung und weiß mehr über sie? Für Hinweise sind wir sehr dankbar!

Die drei werdet Ihr in der großen Feeninstallation wiederfinden – neben zahlreichen ihrer europäischen Kolleginnen …

Der Stollen ist fertig!

„Hallo, ich bin es mal wieder, Euer noch immer namenloser Museumswichtel. Der sich ganz, ganz doll über die vielen Fans auf Facebook freut. Und der gerne noch viiieeel mehr hätte. Aber das ist ein anderes Thema.

Im Moment gibt es gute Neuigkeiten aus Hagen: Der Stollen ist fertig. Nein, nein, es handelt sich hierbei nicht um einen Mandel- oder Butter- oder Marzipan- oder einen sonstigen essbaren Stollen, sondern um unseren Venetianerstollen, den ich Euch hier schon mal vorgestellt hatte.

Das Bild haben die mir heute geschickt. Der Berg ist doch toll geworden – gell!?! Die Kids können durch den Gang krabbeln und nach Edelsteinen suchen, während die Erwachsenen in der Vitirine (die noch gut verklebt ist) die Fantasy-Zwerge bewundern können.

Übrigens: Wenn Ihr ganz genau hinschaut, dann findet Ihr neben dem Stollen die kleine Zeichnung von Andi.“

Im Land der Zwerge

Deutsches Spielzeugmuseum Sonneberg

Ihn kennt wohl jeder: den englischen Arzt Gulliver, den der Autor Jonathan Swift 1726 auf mehrere Reisen schickte und dessen ersten Station die Insel Liliput war. Als Schiffbrüchiger landete er dort und wurde von den Einheimischen, die knapp 6 Zoll (ca. 15 cm) groß sind, gefangen genommen.

Die Szene, die die Phantasie zahlreicher Illustratoren weckte, wird bei unserer Ausstellung ebenfalls zu sehen sein. Sie eröffnet den nächsten Themenraum, der unter dem Motto „Zur Schau gestellt“ steht.

An dieser Stelle zeigen wir im Blog ausnahmsweise einmal keine Zeichnung von Andreas Becker, denn bei der Menschenberg-Installation mussten bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Aber wir können Euch versprechen: Es wird eine ganz besondere Szenerie. Bei der die Fans von Playmobil auf ihre Kosten kommen!

Ich bin ein Star! Lasst mich da drin!

„Hatte ich das schon erzählt? Ich bin auf Facebook. Und ich bin ein Star. Glaube ich jedenfalls. Denn es ist noch nicht mal 48 Stunden her, dass die Maren, die bei uns für die Technik zuständig ist, meinen Auftritt aufgehübscht hat, schon habe ich 44 Fans. 44 Fans. 44 Fans – das kann man doch nicht oft genug schreiben.

Wenn Ihr mich auf Facebook sucht, dann könnt Ihr mich hier finden. Oder Ihr speichert die Adresse https://www.facebook.com/museumswichtel. Oder Ihr gebt bei der Suche einfach „Museumswichtel“ ein. Schließlich bin ich einzigartig – da können sich noch so viele Holzköpfe dort anmelden.

Wisst Ihr welches Foto bisher am meisten kommentiert wurde? Das hier:

Haben meine Fans mir das nicht zugetraut? So, und jetzt lege ich das Bügeleisen wieder auf die Seite … und kümmere mich um meinen Facebook-Auftritt!“

Wie war es doch in Köln vordem …

Wie unser Museumswichtel angekündigt hat, werden in unserer Ausstellung auch die Hauszwerge gezeigt. Die bekanntesten sind natürlich die Kölner Heinzelmännchen. Das berühmte Gedicht wurde übrigens Anfang des 19. Jahrhunderts von dem Breslauer Dichter August Kopisch niedergeschrieben. Und es gibt tatsächlich den ein oder anderen, der bis heute behauptet, er habe das Berliner Cölln gemeint.

In Hagen werden – umgeben von der Schneiderswerkstatt – natürlich nicht nur die Heinzelmännchen gezeigt. Auch der russische Domovoi ist zu Gast, die Minions aus dem USA, Androids aus China, eine kleine Gruppe Mainzelmännchen, ein unterirdischer Doozer … und noch viele, viele mehr.

 

Mein Freund, der Heinzelmann

„‚Falls Ihr das noch nicht wisst, ich wohne in Köln. Und da soll es ja vor vielen hundert Jahren eine ganz eigene Art von Zwergen gegeben haben: die Heinzelmännchen. Die haben allen Handwerkern während der Nacht geholfen. Bis ihnen eine Schneidersfrau Erbsen auf die Treppe gestreut hat – und das nur, um sie mal sehen zu können. Da waren die kleinen Helfer denn sauer und sind für immer abgehauen.

Aber wie man sieht, nicht alle. Denn einer von ihnen ist gerne bei mir zu Gast. Der kommt auch mit nach Hagen in die Ausstellung und bringt ganz viele Bücher über die Geschichte der Heinzelmännchen mit.

Das Gedicht von August Kopisch ist immer das gleiche, das könnt Ihr hier nachlesen. Aber es gab und gibt ganz viele Zeichner, die sich dazu schöne Bilder ausgedacht haben. Und davon haben meine Leute eine ganze Menge gesammelt. Doch dazu ein anderes Mal mehr.“